Ein neues Buch, ein neues Bild

Klaus Jäger
Klaus Jäger. Foto: Matthias Eckert

Große Ereignisse, so sagt man, werfen ihre Schatten voraus. Oder ihre Bilder.

Im kommenden Frühjahr wird ein neues Buch von mir das Licht der Welt erblicken. Der Roman ist bereits seit geraumer Zeit fertig und bedurfte mehrerer Überarbeitungen, bis ich damit zufrieden war.
Auch die Verlagssuche gestaltete sich schwierig, da mich Verleger und Publikum durch verschiedene Fügungen und vier vorausgegangene Kriminalromane längst in die Krimi-Schublade gesteckt hatten – da ist es schwer, sich wieder herauszukämpfen.
Schließlich war es der Thüringer Verleger Siegfried Nucke (Tasten & Typen, Bad Tabarz), der von dem Roman sofort überzeugt war und derzeit ein Buch daraus macht.
Es wird im Frühjahr 2020 unter dem Titel „Carlotta oder Die Lösung aller Probleme“ erscheinen.

Ein hinreichender Anlass für mich, wieder einmal den ungeliebten Gang zum Fotografen anzutreten. Die letzten „offiziellen“ Bilder von mir sind mittlerweile sieben Jahre alt. Mein Gesicht zieren inzwischen ein paar Falten mehr, das Grau dominiert die Haare, die glücklicherweise noch nicht weichen wollen.

Der Weimarer Fotograf Matthias Eckert, bekannt durch seine Werbeagentur „eyespalast“ hat mich hoffentlich ins richtige Licht gestellt. Die Ergebnisse sehen Sie im Menüpunkt „Galerie“ als jüngsten Beitrag. Die Fotos sind in geringer Auflösung. Wer für eventuelle Veröffentlichungen ein hochauflösendes Foto benötigt – einfach bei mir anfragen. Und immer an die Urheberrechte denken! Verwenden Sie die Bilder also bitte nur mit dem Vermerk: „Foto: Matthias Eckert“.

Neues zum neuen Buch gibt es an dieser Stelle, wenn es Neues zum neuen Buch gibt.

Mit fahrlässiger Tollkühnheit

Was der Schreiber so liest (29):

Patricia Highsmith: Der talentierte Mr. Ripley (1955)

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Patricia Highsmith: Der talentierte Mr. Ripley. Diogenes, 2002

Es gilt allgemein als verpönt, wenn man Krimis „spoilert“, wenn man dem Leser wesentliche Handlungselemente verrät, bevor er das Buch aufschlägt. Bei Patricia Highsmiths „Der talentierte Mr. Ripley“ darf man da getrost eine Ausnahme machen. Schließlich – es ist ja auch kein Geheimnis, dass Faust ein Verhältnis mit dem minderjährigen Gretchen eingegangen ist. Und Highsmiths Mr. Ripley ist nun einmal ein Monument. Jeder, der sich ernsthaft mit Kriminalliteratur beschäftigt – egal, ob als Leser oder als Schreiber – sollte Highsmith gelesen haben. Genauso wie die Bücher von Edgar Allan Poe und Agatha Christie, Raymond Chandler und Rex Stout, Petros Markaris und P.D. James, Arkadi Adamow und Polina Daschkowa, Andrea Camilleri und Henning Mankell, Horst Bosetzky (-ky) oder Michael Preute (Jacques Berndorf) … ich höre wohl besser auf.
Patricia Highsmith begründete ihren Ruhm vor allem darauf, die bis dato geltenden Konventionen des Kriminalromans vollkommen auf den Kopf gestellt zu haben. Bei Highsmith siegt das Böse über das Gute; der Mörder Ripley kommt davon.
So einfach? So einfach ist das nicht… „Mit fahrlässiger Tollkühnheit“ weiterlesen

Ein Jäger in der Bücher-Bar

Arbeitszimmer
Der Jäger im Winterkleid. (Foto: kj, 2016)

Lässt sich ein Krimi-Autor so einfach Krimi-Autor nennen?
Was haben Indianergeschichten mit Kriminalromanen zu tun?
Darf man echte Menschen als Blaupausen für Romanfiguren nehmen?
Liefert eine Thüringer Kleinstadt genügend Stoff für eine Krimi-Reihe?
Ist es legitim, als Autor andere Bücher zu rezensieren?
Muss man Angeln können, um gerne Fisch zu kochen?
Eine lange Plauderei im Studio von Radio F.R.E.I (Freier Rundfunk Erfurt International) zwischen Radiomacher Richard Schaefer und mir lieferte ersterem das Material für eine neue Folge der Sendung Bücher-Bar, die am 18. November ausgestrahlt wurde.
Herzlichen Dank an Richard Schaefer und Radio F.R.E.I. für die Gelegenheit, meine Gedanken zu den Themen Lesen und Schreiben zu äußern.

Wer den Termin verpasst hat, kann hier noch einmal nachhören.

Die dazwischen eingespielten Musiktitel wurden aus verwertungsrechtlichen Gründen herausgeschnitten.
Eine Tasse Tee oder ein Glas Rotwein sind zum Ertragen nicht zwingend erforderlich, können aber den Genuss befördern – immerhin dauert das Gespräch 42 Minuten. Hilfreich ist auch einer meiner Krimis in Reichweite, damit man danach direkt weiterlesen kann.

Nur ein kleiner Schritt

WriterDraußen vor dem Fenster liegen graublaue Wolken bleiern auf das Land. Die Krähen lassen sich ausgelassen vom Wind durch die Luft wirbeln, einem Wind, der ungestüm die Blätter von den Bäumen reißt. Auch den Sonnenscheinchen unter uns wird klar: Das war es jetzt mit den schönen Spätsommertagen. Ich sitze in meiner warmen Schreibstube, umgeben von Büchern und Papieren, einen dampfenden Pott Tee vor mir, und muss mich erst an den Gedanken gewöhnen, dass „Nur ein kleiner Schritt“ weiterlesen

Blick in die Werkstatt

Manuskripte
Ein Blick in die Schreibstube.

Andere Schriftsteller haben damit offenbar kein Problem. Die Großen tun es mit Souveränität, die Kleinen, weil sie manchmal zu wenig Geduld bei der Suche nach einem Verlag aufbringen. Beim eher elitären Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt ist es sogar Pflicht – das Lesen aus unveröffentlichten Manuskripten.
Ich habe mich bislang davor gescheut. Mir war es lieber, Texte erst dann vorzutragen, wenn sie schon zwischen zwei Buchdeckeln erschienen sind. Oder, wenn sie eigens für die Lesung entstanden sind, wie beispielsweise meine Geschichten für das Kunsthaus der Apolda Avantgarde.
Die diesjährige Manuskriptwanderung des Schriftstellerverbandes in Thüringen lieferte mir den Anlass, es auch einmal auf diesem Wege zu versuchen. Ich rede mir dabei tapfer ein, dass die Lesung so etwas wie ein „Tag der offenen Schreibstube“ wird. Ich lasse die Öffentlichkeit Einblick in meine Werkstatt nehmen.
Am 31. August ab 19 Uhr werde ich im Bürgerhaus „Thüringer Wald“ nebst Bibliothek in Georgenthal aus meinem neuen Roman lesen, der den Arbeitstitel „Zum Beispiel Laurenz“ trägt. In dem Roman geht es um den langjährigen Italien-Korrespondenten einer süddeutschen Tageszeitung, der plötzlich und scheinbar unbegründet von seinem Posten abberufen wird. Ihm stellt sich die Frage, was er eigentlich aus seinem Leben gemacht hat. Auf einer letzten Reise durch Italien begegnet er noch einmal der Liebe – und bricht mit seinem Beruf.
Wie gesagt, es ist ein Einblick in die Werkstatt, erwartet also nicht zu viel. Die Manuskriptstelle, aus der ich lesen will, muss ich mir erst noch heraussuchen. Das hängt auch davon ab, wie viel Zeit mir bleibt, denn ich stehe bzw. sitze nicht allein auf der Bühne. Zur öffentlichen Lesung anlässlich der alljährlichen Manuskriptwanderung des Schriftstellerverbandes lesen ebenfalls Antje Babendererde, Sieglinde Mörtel und Olaf Trunschke.
Lust, uns zu hören? Laut Bibliothek sind noch ein paar Plätze frei.

Philip Roth ist tot

Philip Roth
Philip Roth (1933-2018). Foto: Eric Thayer

Philip Roth ist tot.
Der US-amerikanische Schriftsteller galt als skandalumwittert und mindestens die letzten 15 Jahre als Dauerkandidat für den Literaturnobelpreis. Doch nicht das wird von ihm bleiben. Bleiben werden die großartigen Romane und Erzählungen, in denen das Leben der amerikanischen Mittelschicht verhandelt wird.
Wer „Der menschliche Makel“ (2000) gelesen hat, der kennt die wichtigsten Antworten auf die Fragen nach dem Rassismus, dem Judentum, der Liebe. Wie der geschasste Professor Coleman Silk mit der Beziehung zu der aus prekären Verhältnissen stammenden Faunia umgeht, ist in seiner Menschlichkeit und Natürlichkeit zutiefst anrührend. Die Geschichte wird übrigens von Nathan Zuckerman erzählt, Roths Protagonisten aus der sogenannten Zuckerman-Trilogie.
Eine Geschichte, die genau so berührend ist wie Philip Roths Abschied vom Schreiben. In seinem „letzten Interview“ (2012) sagte er:
„Ich kann keine Tage mehr ertragen, an denen ich fünf Seiten schreibe und sie dann wieder wegschmeiße. Es geht einfach nicht mehr. Ich weiß, ich werde nicht mehr so gut schreiben können, wie ich das mal getan habe. Ich habe nicht mehr das Durchhaltevermögen, die Frustration auszuhalten. Schreiben ist Frustration – tägliche Frustration, von der Demütigung mal ganz abgesehen.“
Ach, Philip Roth, du wirst fehlen. Auch mir. Zum Glück bleiben deine Worte.

Ich bin wieder hier!

Willkommen auf meiner neuen Internetpräsenz!

Ein paar Wochen lang war der Link zu meiner Schreibstube tot, nach einer Systemumstellung bin ich nun wieder online – und zwar mit einem völlig umgeräumten Webauftritt.
Ist er auch aufgeräumt? Gefällt er Dir/Ihnen? Ich freue mich auf die ersten Kommentare und verspreche schon jetzt: In diesem Jahr wird es eine Menge Neuigkeiten geben.

Herzlichst
Klaus Jäger
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