Mit missionarischem Eifer

 

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Maja Lunde: Die Geschichte der Bienen. btb 2017

Was der Schreiber so liest (21)

Maja Lunde: Die Geschichte der Bienen (2015)

Je mehr ich darüber weiß, wie Bestseller gemacht werden – und sie werden gemacht, nicht geschrieben –, hege ich ein gesundes Misstrauen gegenüber Bestsellerlisten. Wenn Bestsellerlisten Bestenlisten wären, so die Faustregel, dann wäre Dieter Bohlen ein großer deutscher Literat. Die Sache hat nur einen Haken: Auf Bestsellerlisten finden sich richtig gute Bücher, verdammt gute Bücher bisweilen. Also braucht es andere Lotsen.
Bei Maja Lundes „Die Geschichte der Bienen“ fing es ebenso mit Misstrauen an. Doch „Mit missionarischem Eifer“ weiterlesen

Den Wolf herbeigeschrieben

Was der Schreiber so liest (15)

Antje Babendererde: Isegrim

Isegrim
Antje Babendererde: Isegrim. Arena Verlag 2013

Ich habe keine Ahnung, wann ich das letzte Mal ein Jugendbuch gelesen habe. Doch weil mir Antje Babendererde versichert, „Isegrim“ sei für Erwachsene ebenso geeignet wie für Jugendliche, lasse ich mich auf das Experiment ein.
„Isegrim“ interessiert mich vor allem als Wolfs-Geschichte. Ein Thema, das gerade für Thüringen hochaktuell ist. Und so staune ich über alle Maßen, dass Antje Babendererde das Auftauchen des Wolfes auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Ohrdruf bereits vor fünf Jahren bis ins Detail vorwegnahm. Eine Bestätigung für diejenigen, die schon immer sagten, es sei keine Frage ob, sondern wann der Wolf in Thüringen auftauche. „Den Wolf herbeigeschrieben“ weiterlesen

Ist die Welt ohne Männer besser?

Was der Schreiber so liest (14)

Stephen King: Sleeping Beauties (2017)

King Beauties
Stephen King: Sleeping Beauties
Heyne Verlag 2017

Pünktlich im Herbst – in diesem Jahr sogar pünktlich zu des Meisters 70. Geburtstag – bringt der Heyne-Verlag den jeweils aktuellen Roman von Stephen King auf den Markt. In diesem Jahr waren es die „Sleeping Beauties“. Ein Buch, das erstmals Kings Sohn Owen als Co-Autor benennt. Allein das erweckt schon Neugier.
„Sleeping Beauties“ fesselte mich relativ schnell. Ein außergewöhnliches Setting, nämlich ein Frauengefängnis, sowie die gewohnte Personage einer typischen amerikanischen Kleinstadt im Nirgendwo ließen mich in der Lektüre schnell wohlfühlten. So verschlang ich den fast 960 Seiten starken Wälzer im King-Tempo und stellte fest: „Ist die Welt ohne Männer besser?“ weiterlesen