Vaterland und Muttersprache

Gegen die Talibanisierung der deutschen Sprache

Typewriter

 

 

 

 

 

Kennen Sie Kristin Rose-Möhring? Die Frau mit dem Doppelnamen ist seit 2001 Gleichstellungsbeauftragte des Bundesfamilienministeriums und außerdem „Vorsitzende des Interministeriellen Arbeitskreises der Gleichstellungsbeauftragten der obersten Bundesbehörden“ (IMA). Mal ganz abgesehen von der Frage, was so ein Arbeitskreis macht und ob wir ihn brauchen, hat Frau Kristin Rose-Möhring Anfang März gewissermaßen Geschichte geschrieben. Sprachgeschichte. Anlässlich des Frauentages forderte sie eine Änderung des Textes der deutschen Nationalhymne. Aus „Vaterland“ soll „Heimatland“ werden, die Zeile „brüderlich mit Herz und Hand“ soll geändert werden in „couragiert mit Herz und Hand“.
Meine erste Reaktion darauf war die Frage: Geht’s noch?
Wie sehr muss man eigentlich seine Muttersprache verachten, um das Vaterland abschaffen zu wollen?
Dabei ist Frau Rose-Möhring (für mich nur noch „die unsägliche Frau Rose-Möhring“) nur eine von vielen, die sich, vor allen Dingen in politiknahen Behördenkreisen oder in dem derzeit überschäumenden Feminismus, der der Sache der Frauen mehr schadet als nützt, anschicken, die Sprache einer furchtbaren Talibanisierung unterziehen zu wollen.
Bei dieser Talibanisierung sehe ich drei Erscheinungsformen:a) Einen gnadenloses Gender-Wahn in der Sprachanwendung. Oder, wie es so scheinbar seriös genannt wird: das Bemühen um eine geschlechtergerechte Sprache.

So hat die Universität Leipzig bereits vor sieben Jahren ihre Grundordnung geändert. Der „Professor“ war zu diesem Zeitpunkt schon längst ergänzt worden, und zwar um die weibliche Form. Man durfte nur noch „Professor/Professorin“ schreiben. Doch das ging den Sprachpanschern nicht weit genug. Ab 2011 gab es nur noch die Form „Professorin“, immerhin mit der Fußnote versehen, dass diese Bezeichnung sowohl für Personen männlichen als auch weiblichen Geschlechtes gilt. Der Mann verkam zur Fußnote – an einer 600 Jahre alten Universität, wohlgemerkt, an der unter anderem Agricola und Goethe, Novalis und Seume, aber auch Uwe Johnson studierten. Wer bekannte Frauen bevorzugt, der sei in diesem Zusammenhang an Maybrit Illner oder Angela Merkel erinnert. Letztere studierte übrigens Physik in Leipzig und hatte meines Wissens nichts damit zu tun, dass den Unfug von 2011 ein Physikprofessor vorgeschlagen hat. Dessen Name ist hinlänglich bekannt, ich will ihn hier nicht unnötig an den Pranger stellen.
Welch geistiges Niveau damit jedoch unfreiwillig bedient wurde, zeigte sich in der Reaktion einer Befürworterin, die laut „Spiegel“ im Hochschulmagazin „duz“ triumphiert hat: „Jetzt läuft das mal andersrum!“ Die Sprache als präpubertäre Spielwiese – pfui.
Zwei Jahre köchelte der Fall in den Medien vor sich hin, da sah sich die Uni Leipzig zu einer halbherzigen Korrektur genötigt: Niemand, so hieß es, habe die Anrede „Herr Professorin“ verlangt. In der Schriftform ist es indes so geblieben. Die Grammatik als Opfer einer falsch verstandenen Gleichstellung. Hoffentlich dürfen die Professorinnen männlichen Geschlechts noch auf die Herrentoilette gehen.
Dass in Behörden und Lehreinrichtungen schon lange grundsätzlich die Nennung beider Geschlechter zwingende Pflicht ist, führt zu mancherlei Blüten in der Sprachanwendung. So reden Pädagogen inzwischen grundsätzlich von „Sus“, was ausgesprochen „Schülerinnen und Schüler“ bedeutet, und sich offiziell „SuS“ schreibt. Der Zwang, bei Existenz beider grammatikalischen Geschlechter auch grundsätzlich beide aufzuführen, führt unvermeidlich zu einer sinnlosen Aufblähung nicht nur der Schriftsprache.
Rund einen Monat später nach Rose-Möhrings Angriff auf die Nationalhymne gab es den Versuch der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands (EKM), die Kirchenverfassung zu verändern. Ziel war eine „geschlechtergerechte“ Umformulierung. Aus „Christen“ wären dann „Christinnen und Christen“ geworden. Als interne Abkürzung würde ich dann analog zum Sprech der Pädagogen die CuC empfehlen. Auf der Synode indes verfehlte der Vorschlag die erforderliche Zweidrittelmehrheit. Das wäre nicht der Rede wert gewesen, wenn nicht die Medien in ihrer (unzulässigen) Verkürzung zu einer wunderbare Demaskierung dieser verbalen Blähungen beigesteuert hätten: Mehrere Radiosender informierten nämlich über die Bestrebungen, die „Kirchenverfassung geschlechtergerecht zu gestalten“. Gerade so, als ob die Aufnahme beider Geschlechter in jede Formulierung auch tatsächlich zu mehr Gerechtigkeit für beide Geschlechter führen würde.
Gerne und regelmäßig verwechselt werden in diesem Zusammenhang die Begriffe „geschlechtergerecht“ und „geschlechterneutral“. Folgt man nämlich dem gängigen Unsinn, sind wir bald beim neutralen „das“ angelangt. Also „das Christ“?
Wer regelmäßig mit Schweizern Umgang hat, wundert sich vielleicht, dass diese wie selbstverständlich „das Heidi“ sagen (mit dem schönen langen „daaas“). Indes, dieser Sprachgebrauch rührt daher, dass Heidi ein Mädchen ist – das Mädchen. Aber möglicherweise fordern die geschlechtergerechten Sprachpanscher demnächst auch, dass das Mädchen überhaupt aus der Sprache getilgt wird. Man muss sie nur daran erinnern, dass „Mädchen“ von „Mägdchen“ kommt, mithin der Diminutiv einer Magd ist. Und das wollen wir doch nicht mehr hören, oder? Vielleicht müssen die Grundschullehrer 3.0 die Mädchen dann mit „Frau Müller“ anreden. Oder „SuS Müller“, schließlich weiß man ja nicht, für welches Geschlecht sich das Kind künftig einmal entscheiden wird.
Auch die Einführung des sogenannten Binnen-I’s führt nicht zum Ziel. Es muss schon an der Orthographie scheitern: Die deutsche Rechtschreibung kennt keine Binnenmajusklen. StudentInnen gibt es ebenso wenig wie die Politiker*innen mit dem ebenfalls irregulären Gender-Sternchen. Aber zur political Correctness kommen wird noch.
Der Grundirrtum, dem die Verfechter dieses Gender-Wahns in der Sprache aufgesessen sind, besteht schlicht und einfach in der ebenso hartnäckigen wie irrigen Gleichsetzung des Genus mit dem Sexus, des grammatischen mit dem biologischen Geschlechts. Konsequent weitergeführt, müsste man dann ja auch weibliche bzw. geschlechtsneutrale Bezeichnungen für Wörter einführen, die nur ein grammatikalisches Geschlecht kennen. „Der Gast“ blieb bislang völlig zu Unrecht unangetastet. Schließlich, auch Frau Rose-Möhring könnte ein Gast sein. Ein Gast oder eine Gästin? Begrüßt der Moderator künftig seine lieben „Gästinnen und Gäste“? Seine GuG?
Geschlecht, liebe Sprecherinnen und Sprecher, liebe Leserinnen und Leser ist im Deutschen ein sehr weitgefasster Begriff.

b) Ein zweites Betätigungsfeld der Sprachpanscherinnen respektive -panscher ist die nachgerade penetrante Einforderung der Bezeichnung der Tätigkeit anstelle des Status‘. Auch hier waren Universitäten die Vorreiter. Plötzlich sollte es nicht mehr „der Student“ heißen, sondern der bzw. die „Studierende“. Wie das entstanden ist, darüber streiten sich die Geister. Die einen vermuten, auch hier waren „Geschlechtsneutralisierer“ am Werke, die entdeckten, dass männliche und weibliche Form der Studierenden dieselbe Endung haben. Andere wiederum schieben das auf den Behördenapparat in den Universitäten, der das Streben nach Bildung, dem das lateinische „studere“ zugrunde liegt, egal ist – eingeschrieben ist eingeschrieben –, ob sie nun streben oder nicht. Also der „Studierende“ als Status. Und das, obwohl das sprachlich gesehen völliger Blödsinn ist – der „Student“ benennt den Status, der „Studierende“ die Tätigkeit.
Man muss im Übrigen nicht studiert haben, um zu erkennen, dass der Student morgens ein Frühstückender ist, danach möglicherweise ein Radfahrender, am Abend ein Tanzender oder ein Trinkender, die fleißigen unter ihnen gar Arbeitende („Kellnernde“), und an der Universität, in den Bibliotheken oder auch in der Studentenbude über den Büchern brütend tatsächlich Studierende.
Aber nein, es gibt jetzt sogar Auswüchse wie einen „Studierendenrat“ – freilich nicht zu verwechseln mit dem Studienrat.
Um sich die Sprachpanscherei auf diesem Gebiet vor Augen zu führen, muss man nur das System auf andere übertragen. So wird rasch aus dem Lehrer ein Lehrender, was zumindest auf seine berufliche Tätigkeit begrenzt noch einer gewissen Logik folgt, aber aus dem Busfahrer wird dann ein Busfahrender. Was aber ist dann der Fahrgast respektive die Fahrgästin? Eine Busmitfahrende? Wird der Müllmann oder Müllkutscher, einst eingängige deutsche Wörter, ein Entsorgender? Das sollte deutsch Sprechenden (sic!) die Sorgenfalten auf die Stirn treiben.

c) Die vermeintliche politische Korrektheit der Sprache. Sie ließe sich bei genauer Betrachtung noch einmal in eine behördlich aufgeblähte und unnötig verkomplizierte Sprache einerseits und in eine Übersensibilisierung andererseits unterscheiden, die aus Angst vor Verletzungen Begriffe gerne aus ihrem historischen Kontext reißt. Doch die Übergänge sind meistens fließend.
In alten Pippi-Langstrumpf-Ausgaben bezeichnet die kesse Schwedin ihren Vater noch fantasievoll als „Negerkönig“. Heute wird er als „Südseekönig“ gelistet. Mit Verlaub, aber das hat Astrid Lindgren nicht geschrieben. Doch Lindgren liefert ein anderes schönes Beispiel dafür, dass political Correctness keine Erfindung von heute ist. Als Lindgrens Debüt „Pippi Langstrumpf“ 1945 erschien, gab es erboste Reaktionen von Lehrern, Kinderpsychologen und Politikern wegen des Verhaltens ihrer Protagonistin. Astrid Lindgrens Reaktion „Ach ja, sie legt die Füße aufs Kopfkissen. Ich finde das nicht schlimm.“
Schlimmer erging es Mark Twain – und das mehr als hundert Jahre nach seinem Tod. In seinen Abenteuern von Tom Sawyer und Huckleberry Finn kommt das Wort vom „Nigger“ vor. Das soll nun korrigiert werden in „Sklave“. Derzeit lese ich ein Buch aus meiner Kindheit. In James Fenimore Coopers Lederstrumpfgeschichten wimmelt es von Rothäuten, von Indianern, von Wilden. Wollen vermeintlich politisch korrekte Verleger in Coopers nächster Werkausgabe von „First Nations People“ schreiben? Was bleibt von so einem Buch?
Ich habe in der Schule gelernt, bei der Betrachtung von Kunst müsse man immer drei Faktoren beachten: Das Werk, den Künstler und die Zeit, in der es entstand. Als Cooper seine Bücher geschrieben hat, wussten noch nicht einmal die Indianer etwas vom Begriff der „First Nation Peoples“. Sprachwissenschaftler bezeichnen diese Reflexe und Mechanismen der Sprachpanscherei sehr treffend als „Überanpassung“.
Natürlich kann Sprache verletzen. Doch das Wort an sich ist ohne Wertung. Die erhält es erst in einem Kontext. Die deutsche Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller, die in Rumänien aufgewachsen ist, fuhr mit dem vermeintlich politisch korrekten Wort „Roma“ nach Rumänien und stieß damit auf Unverständnis bei den dort wohnenden Zigeunern. Sie waren der Meinung: „Das Wort ist gut, wenn man uns gut behandelt.“ Das bringt die Sache schon eher auf den Punkt.
Wenn die Gesellschaft den Leser (gerne werden dabei „unsere Kinder“ als Argument bemüht, um nicht zu sagen, missbraucht) vor den vermeintlich falschen und diskriminierenden Wörtern wie „Negerkönig“ beschützen will, wie verfährt sie da mit heute strafbewehrten Schilderungen? So war Goethes Faust unter heutigen Maßstäben ein Pädophiler, der auch noch Mephisto zur Mittäterschaft zwang. Gretchen in mein Bett, forderte er vom Teufel: „Wenn nicht das süße junge Blut / Heut Nacht in meinen Armen ruht / So sind wir um Mitternacht geschieden“. Eine Forderung, die Goethe durchaus nicht unbotmäßig vorkam. Schließlich, so Faust: „Ist über vierzehn Jahr doch alt“. Was tun in logischer Konsequenz des heutigen Sittenbildes: „Faust“ umschreiben oder ihn aus den Lehrplänen der Schulen verbannen. Und um Nabokovs „Lolita“ zu lesen, müsste man in den Buchhandlungen und Bibliotheken einen Erwachsenen-Nachweis vorlegen. In der Weltliteratur geht es übrigens noch jünger: Edgar Allan Poe heiratete 1835 seine erst 13 Jahre alte Cousine Virginia. Gehört er deshalb auf den Scheiterhaufen der Literaturgeschichte?
Eine ganz andere Spezies Sprachpanscher sitzt in Deutschlands Behörden, sitzt in Organisationen, Verbänden und in der Politik – sie sind die vehementesten Vertreter von vermeintlicher politischer Korrektheit. Von den „SuS“ als Ergebnis der Bemühungen um geschlechtergerechte Sprache war ja schon an anderer Stelle die Rede. Aber schlimmer geht immer. Oder, um im 200. Jahr nach der Geburt von Karl Marx ein Postulat zu finden: Die Idee wird zur materiellen Gewalt, wenn sie deutsche Amtsstuben ergreift.
Hier bemüht man sich um die positive Besetzung vermeintlich negativ konnotierter Begriffe. Diese Bewegung nahm ihren Ursprung vor mehr als 30 Jahren auch an Universitäten, allerdings an amerikanischen. Dort wurde auch der Begriff von der political Correctness geboren. In dem ganz wunderbaren Buch „Der menschliche Makel“ (2000) hat Philip Roth diese Entwicklung literarisch geschildert.
In Deutschland nun wurde eine ganze Lawine von beschönigenden Begriffen, sogenannten Euphemismen, losgetreten. Behinderte sollte man zunächst etwas umständlich „Menschen mit Behinderung“ oder „Menschen mit Handicap“ nennen, inzwischen scheint man sich auf „behinderte Menschen“ geeinigt zu haben. Das ist noch einigermaßen verständlich. Wesentlich schlimmer wird es, wenn aus Schwerhörigen „Menschen mit akustischem Handicap“ werden. Und es gibt tatsächlich Fälle, in denen die Forderung aufgemacht wurde, Behinderte nun „anders Befähigte“ zu nennen. Nur nebenbei gesagt: Der Schwerhörigenbund als Interessenvertretung nennt sich noch heute Schwerhörigenbund. Die Bundeszentrale für politische Bildung verwies schon vor acht Jahren auf eine sogenannte Euphemismuskette und nannte als Beispiel die „schwer erziehbaren Kinder“. Weil der Begriff negativ besetzt ist, wurde er zunächst in offiziellen Kontexten in „verhaltensgestörte Kinder“, dann in „verhaltensauffällige Kinder“ (neutral) und schließlich in „verhaltensoriginelle Kinder“ (positiv) transformiert. Was, bitte schön, soll ich mit dem Begriff „verhaltensoriginelle Kinder“ anfangen?
Dass Euphemismen keine Erfindung der Nachwendezeit sind, sehen wir an der Metamorphose der „Altenheime“. Sie werden heute in der Regel als „Seniorenheime“ bezeichnet, hießen aber auch im Osten Deutschlands früher etwas blumig „Feierabendheime“. Immerhin konnte man sich darunter noch etwas vorstellen. Das ist heute mit den „Bedürftigen“ etwas anderes. Was arme Menschen bzw. Arme sind, kann sich jedermann denken. Doch aus den Armen wurden, vorgeblich um sie nicht zu diskriminieren, alsbald „sozial Schwache“, und weil auch das negativ besetzt war „sozial Bedürftige“, verkürzt „Bedürftige“. Entschuldigung – wir alle sind Bedürftige, weil wir alle Bedürfnisse haben. Die Menschen in den Schlangen vor den Tafeln sind arme Menschen, sonst würden sie dort nicht stehen.
Eine besondere Gruppe in Deutschland stellen seit jeher Ausländer dar. Hier treibt die vermeintlich politische Korrektheit inzwischen Blüten, die an Wahnsinn grenzen. Der Begriff Ausländer bezeichnet Menschen, die aus dem Ausland kommen, was ist daran diskriminierend? In den frühen 90ern hat sogar ein Aufkleber mit dem Begriff gegen Diskriminierung operiert. „Wir sind alle Ausländer – fast überall“ hieß es da. Das ist heute undenkbar. Wir erfinden „Migranten“, „Immigranten“ oder, ganz schlimm, „Menschen mit Migrationshintergrund“. Mit Verlaub: Einen Migrationshintergrund hat auch der Schwabe, der in Thüringen einheiratet.
Ein letztes Beispiel sei den Differenzen von Fachsprache und Sprachgebrauch gewidmet: In diesem Frühjahr nahm ich an einer Wahlkampfveranstaltung in der benachbarten Kurstadt teil. Da belehrte der Geschäftsführer einer Kurklinik die Anwesenden, sie mögen doch bitte nicht mehr „Kur“ sagen. Das sei nicht mehr zeitgemäß, weil es Kuren schon lange nicht mehr gäbe, das hieße jetzt „Rehabilitation“. Oha, also fahren wir künftig in die „Rehabilitationsstadt“?
Doch damit sind wir schon ganz dicht bei der Sorte Sprachpanscher, die in den Werbeagenturen ihr Unwesen treibt. Mit denen und ihrem Einfluss sogar auf die Politik wollen wir uns ein ander mal beschäftigen. Ebenso mit dem Einfluss des heutigen Feminismus auf die Sprache.
Ungeachtet weiterer Betrachtungen bleibt aber ein Fazit: Sprache entsteht durch Akklamation, nicht durch Proklamation.
Das sollten sich vor allem die als virtuelles Spruchband in die Büros hängen, die glauben, man könne Sprache von oben verordnen. Der Versuch, anderen in vorauseilenden Bücklingen vor eventuellen Bedenkenträgern einen Sprachgebrauch aufzwingen zu wollen, ist nichts weiter, als eine Talibanisierung der Sprache, ein Eingriff in meine, in unsere persönlichen Freiheiten, der nicht hinnehmbar ist.
Sprachnutzer sollten vielmehr tief hineingreifen in den reichen Wortschatz unserer Muttersprache – so vieler Neuschöpfungen bedarf es da gar nicht.

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