Das Dilemma des Regionalkrimis

Was der Schreiber so liest (13)

Jörg Maurer: Der Tod greift nicht daneben

Cover_Der Tod
Jörg Maurer: Der Tod greift nicht daneben. Scherz 2015

In einem Kurort, einem bayerischen zudem, in dem Zugereiste bis ans Lebensende Fremde bleiben, in dem höchstens deren dort geborene Kinder eine Chance haben, als Einheimische zu gelten, assimiliert sich ausgerechnet ein Schwede innerhalb von fünf Jahren so, dass „kaum jemand wusste“, wer und was sie früher waren. Warum macht der Jörg Maurer das? Weil er einen Regionalkrimi schreiben will, weil er den an sich tollen Plot, der wohl am besten in Schweden angesiedelt wäre, unbedingt auf seinen bayerischen Kommissar Jennerwein aufpfropfen muss! Ob das gelingt? „Das Dilemma des Regionalkrimis“ weiterlesen

Eine Version von Wahrheit

Was der Schreiber so liest (12)

Leon de Winter: Geronimo (2016)

Cover_Geronimo
Leon de Winter: Geronimo, Diogenes 2016

»Glauben Sie etwa an die offizielle Version vom Tod Osama bin Ladens?« Das hat angeblich ein ehemaliger Angehöriger der amerikanischen Eliteeinheit Seals den niederländischen Bestsellerautoren Leon de Winter in London gefragt. Und das fragt Leon de Winter seither bei jeder Lesung aus seinem Buch »Geronimo«. Denn es handelt von bin Laden und seinem Tod. Doch die Version, die uns de Winter auftischt, ist so aberwitzig, dass sie schon wieder wahr sein kann. Schon in seinen früheren Büchern erzählt uns de Winter Geschichten von Menschen, die sich am Rand der Gesellschaft befinden – wie dem Regisseur Theo van Gogh, dem er lange Zeit durch innigen Hass verbunden war, von dessen realem Tod und dessen wunderlichen Wiederauferstehung (»Ein gutes Herz«). „Eine Version von Wahrheit“ weiterlesen