Eine Version von Wahrheit

Was der Schreiber so liest (12)

Leon de Winter: Geronimo (2016)

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Leon de Winter: Geronimo, Diogenes 2016

»Glauben Sie etwa an die offizielle Version vom Tod Osama bin Ladens?« Das hat angeblich ein ehemaliger Angehöriger der amerikanischen Eliteeinheit Seals den niederländischen Bestsellerautoren Leon de Winter in London gefragt. Und das fragt Leon de Winter seither bei jeder Lesung aus seinem Buch »Geronimo«. Denn es handelt von bin Laden und seinem Tod. Doch die Version, die uns de Winter auftischt, ist so aberwitzig, dass sie schon wieder wahr sein kann. Schon in seinen früheren Büchern erzählt uns de Winter Geschichten von Menschen, die sich am Rand der Gesellschaft befinden – wie dem Regisseur Theo van Gogh, dem er lange Zeit durch innigen Hass verbunden war, von dessen realem Tod und dessen wunderlichen Wiederauferstehung (»Ein gutes Herz«). „Eine Version von Wahrheit“ weiterlesen

Der Poet im Dreigestirn

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Iwan Turgenjew: Väter und Söhne. Anaconda Verlag Köln, 2015

Was der Schreiber so liest (11)

Iwan Turgenjew: Väter und Söhne (1861)

Ach, hätte ich nur auf die Literaturgeschichte vertraut. Die zählt Iwan Turgenjew zwar ebenso wie Lew Tolstoi und den von mir so geliebten Fjodor Dostojewski zum Dreigestirn des Russischen Realismus, aber weist auf Turgenjews Sonderrolle hin: „Der Poet im Dreigestirn“ weiterlesen